Überfallschutzkamera

Die Überfallschutzkamera im Taxi ist aus Datenschutzgründen umstritten. Während in Bussen und Bahnen die Kameras an der Tagesordnung sind, gibt es ein entsprechendes Pendant dazu im Taxibereich nur im Bundesland Bremen.
Ein Feldversuch in der Hansestadt 2010 mit allen 470 Fahrzeugen des Taxi-Ruf Bremen hatte dazu geführt, dass die Zahl der bekannt gewordenen Überfälle auf Taxifahrer drastisch sank, von rund 50 pro Jahr auf nahezu null. In einer Befragung der Fahrgäste in Bremen begrüßten 96 Prozent das System.

Der BZP will zur Sicherheit der Fahrer die Überfallschutzkameras in Taxis bundesweit durchsetzen. „Aufgeschnittene Sitze sind offenbar mehr wert als das Leben eines Taxifahrers. Durchschnittlich wird von jedem zehnten Taxi im Jahr ein gewalttätiger Übergriff gemeldet, daher sind die Bedenken der Datenschützer für uns nicht nachvollziehbar“, sagte Verbandspräsident Michael Müller. Die Dunkelziffer wird vom Verband mindestens mit Faktor 4 eingeschätzt.

wagen

Der so genannte Düsseldorfer Kreis der Datenschutzbeauftragten der Länder will eine Aufzeichnung von Bildern in Notfallsituationen zu erlauben. Dazu könne der betroffene Fahrer über einen Schalter eine Aufzeichnung auslösen.

Position des BZP

Dem Taxi- und Mietwagenverband BZP geht diese Lösung nicht weit genug. In 75 Prozent aller Fälle erfolgen die Überfälle so überraschend, dass eine Reaktion des Fahrers nicht mehr möglich ist, hieß es in einer Stellungnahme. Zudem sei ein einmaliges Standbild, wie vorgeschlagen, nicht ausreichend. Potenzielle Täter würden so einsteigen, dass sie nicht aufgenommen oder identifiziert werden könnten.

Der Vorschlag lautet daher: Bewegte Aufnahmen sollten maximal 48 Stunden gespeichert werden, der Zugriff darauf solle nur durch Befugte nach polizeilicher Anzeige erfolgen. Nach einem Notruf sollte das Bild direkt gesendet werden können. Selbstverständlich würden die Fahrzeuge mit einer Überfallschutzkamera deutlich sichtbar gekennzeichnet, Audioaufnahmen erfolgten generell nicht.

Die technische Lösung, die dafür im Taxi installiert werden muss, schlägt mit rund 250 Euro zu Buche.