Position des BZP zur Anschnallpflicht für Fahrer im Taxi und Mietwagen

Der BZP plädiert dafür, die Ausnahmeregelung für Taxi- und Mietwagenfahrer von der Gurtanlegepflicht zu streichen! Der wesentliche Grund dafür ist die Verkehrssicherheit. Sich heutzutage als Gewerbe gegen diese Befreiung von der Anschnallverpflichtung bei der Fahrgastbeförderung zu sprechen, liegt in der Verhütung oder jedenfalls der Verminderung unfallbedingter Körperschäden. Mit großer Gewissheit würden mit einer Streichung der Ausnahme auch Leben gerettet.

Nach Verbandseinschätzung besteht ein ungefähres Verhältnis von straßenverkehrsbedingter zu überfallbedingter Körperschäden von rund 4 zu 1!

Ein weiterer wesentlicher Aspekt, der für den künftigen Wegfall der Ausnahme spricht, ist der Nachahmeffekt. Fahrgäste schnallen sich nicht an, weil sie in Verkennung der Situation denken, sie müssten sich im Taxi ebenfalls nicht anschnallen oder ganz einfach dem schlechten Beispiel des Fahrers unbewusst folgen.

Die für die Einführung der Ausnahme angeführte Argumentation ist nach heutiger Sicht zumindest anzweifelbar. Deeskalationstrainer sehen gerade im Falle eines Überfalls Vorteile durch ein Anschnallen des Fahrers. Nur so ist der Fahrer nämlich in die Lage gesetzt, durch abruptes Bremsen oder heftige Lenkbewegungen die Bedrohungssituation zu beenden oder zu entschärfen. Es sind auch schon Fälle bekannt geworden, dass Taxifahrer durch gezieltes Fahren gegen Bäume oder andere feste Hindernisse sich der Gefährdung entziehen konnten.

Es mag vereinzelte Stimmen in der Branche geben, welche die „noch einzige Freiheit des Taxifahrers, sich nicht anschnallen zu müssen“ als hohes Gut bewerten und deshalb die Beibehaltung der Ausnahme befürworten. Aber letztlich kann es gar kein Argument sein, dass einige dagegen sind. Hier gilt nach BZP-Ansicht, dass die Verkehrssicherheit und die Verhütung von Leid und Schäden im Vordergrund zu stehen hat. Ernsthaft wird auch kein politisch Verantwortlicher eine Motorrad-Helmpflicht ablehnen, weil einige Fahrer es unbeschreiblich finden, dass ihnen der Fahrtwind in den Haaren spielt. Route 66-Feeling darf keine Grundlage für eine objektiv sinnvolle und notwendige Entscheidung sein, die nicht zuletzt die Kassen der Unternehmer und Volkswirtschaft entlastet.