Ortskundeprüfung

Teil der Erlangung eines Personenbeförderungsscheins ist in Deutschland die Ortskundeprüfung. § 48 Abs. 4 Nr. 7 Fahrerlaubnis-Verordnung regelt diesen besonderen Teil des sogenannten P-Scheins oder Taxi-Scheins.

Im Rahmen der Prüfung, die im Regelfall von der Kreisverwaltungsbehörde durchgeführt wird, werden verschiedene Bereiche abgedeckt. So müssen Kenntnisse über die verschiedenen Gebiete, Straßennahmen, Straßenzugänge oder besondere Orte und Gebäude nachgewiesen werden. Grenzen von Tarifgebieten oder die Bestimmung der kürzesten Strecke von A nach B sind ebenfalls wichtige Bestandteile des Wissens, das ein Prüfling mit sich bringen muss.

Über die Sinnhaftigkeit dieser Prüfung wurde bereits viel diskutiert. Das Hervorkommen von Navigationsgeräten, so Gegner der Ortskundeprüfung, hätten diese obsolet gemacht. Die Frage, die sich hieran anschließen sollte ist jedoch, ob Navigationsgeräte die Ortskenntnisse vollständig ablösen, um das Kriterium „obsolet“ zu erfüllen.

Navigationsgeräte können auf eine Vielzahl von Veränderungen im Straßenverkehr nicht wirksam reagieren. Tagesbaustellen etwa werden nicht effektiv in die Daten eingepflegt. Schleichwege, Busstreifen, die auch von Taxis genutzt werden dürfen, finden hierbei keine Berücksichtigung.

Mehrfache Tests konnten darüber hinaus nachweisen, dass Taxi-Fahrer mit Ortskenntnis schneller an das Ziel gelangen, als solche, die nach Navigationsgeräten fahren. Auch berücksichtigen Navis etwa bei Krankentransporten Straßen nicht, die enorm baufällig sind und Schäden an Fahrgast und Fahrzeug anrichten könnten. Es sind die Feinheiten des täglichen Straßenverkehrs, die am Ende des Tages den ortskundigen Fahrer unersetzlich machen.